Förderung

Es gibt verschiedene Wege der finanziellen Förderung von Weiterbildungen. Die wesentlichen Förderer sind die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung sowie Berufsgenossenschaften. Selbstzahler haben die Möglichkeit, Weiterbildungskosten als Werbungskosten steuerlich geltend zu machen.

 

Eine weitere Möglichkeit der finanziellen Förderung bietet das Ausstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) in Form des "Aufstiegs-BAföG" bzw. „Meister-BAföG“ und verschiedene Programme der Länder. Nachfolgend eine Übersicht über die verschiedenen Fördermöglichkeiten und Kostenträger:

 

Berufliche Rehabilitation durch den Rentenversicherungsträger

 

Im Falle einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, bieten Rentenversicherungsträger die Möglichkeit, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wieder zu gewährleisten. Damit kann ein Verbleib im Arbeitsleben dauerhaft gesichert werden.

 

 

Bildungsgutschein

 

Seitens der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gibt es die Möglichkeit für die Erteilung eines Bildungsgutscheines. Gründe hierfür können sein, eine bestehende Arbeitslosigkeit, in der eine Wiedereingliederung ohne Weiterbildung nicht möglich ist, oder aber die Abwendung einer drohenden Arbeitslosigkeit durch eine Weiterbildung.

 

 

Bildungsprämie (Prämiengutschein)

 

Der Prämiengutschein in Höhe von max. 500,00 € für eine Weiterbildung wird gewährt, wenn das zu versteuernde Einkommen bei Einzelpersonen 20.000,00 € und bei Zusammenveranlagung 40.000,00 € nicht übersteigt. Weitere Voraussetzung sind eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden in der Woche. Bei der Berechnung des zu versteuerndes Einkommens werden Kinderfreibeträge und Kinderbetreuungskosten berücksichtigt.

 

 

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) der Bundesagentur für Arbeit

 

AVGS geförderte Maßnahmen heißen: "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" und die Einrichtung, die diese Maßnahmen durchführt ist der sogenannte "Maßnahmenträger".

Der AVGS richtet sich an förderfähige Personen und bescheinigt das Vorliegen der Fördervoraussetzung für eine oder mehrerer Maßnahmen. Es entstehen keine Kosten für die Maßnahme, wenn die Vermittlungsfachkraft der Arbeitsagentur vor Beginn der Teilnahme schriftlich zugestimmt hat.

 

 

Weiterbildung von Beschäftigten in Unternehmen

 

Im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses erfolgende Weiterbildungen können von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. Diese finanzielle Unterstützung bezieht sich sowohl auf neu eingestellte als auch auf langjährige Beschäftigte. Die Förderung ist vor Beginn der Fortbildung zu beantragen und diesem Antrag ist eine vorgeschriebene Qualifizierungsbegründung beizufügen. Förderungen bei Qualifizierungen, zu denen aufgrund dritter Bestimmungen eine Verpflichtung besteht, sind davon ausgenommen. Gefördert werden hiermit Berufsabschlüsse für gering qualifizierte Beschäftigte (gem. § 81 (2) SGB III) und Anpassungsqualifizierungen (gem. § 82 SGB III).

 

 

"Meister-BAföG" bzw. "Aufstiegs-BAföG" – Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

 

Das "Meister-BAföG" bzw. "Aufstiegs-BAföG" ist eine finanzielle Unterstützung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz für berufliche Aufstiegsfortbildungen. Seit August 2020 werden alle drei Fortbildungsstufen, d. h. der/die geprüfte*r Berufsspezialist*in, der Bachelor Professional und der Master Professional für berufliche Aufsteiger gefördert.

 

Gefördert werden die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis maximal 15.000 Euro zu 50 Prozent als Zuschuss. Daneben kann über den Rest der Fördersumme ein zinsgünstiges Bankdarlehen bei der KfW-Bank aufgenommen werden. Bei bestandener Prüfung werden zudem auf Antrag 50 Prozent des noch nicht fällig gewordenen Darlehens erlassen. Die Förderung ist einkommens- und vermögensunabhängig.

 

Dieses Gesetz ist ein Förderinstrument für die berufliche Weiterbildung in allen beruflichen Handlungsfeldern und an bestimmte zeitliche, qualitative und persönliche Anforderungen geknüpft. Voraussetzung für eine Förderung ist der Abschluss einer Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO).

 

 

WiN - Weiterbildung in Niedersachsen

 

WiN fördert Beschäftigte aus Unternehmen mit Betriebsstätte in Niedersachsen sowie Betriebsinhaber*innen von Unternehmen in Niedersachsen unter 50 Beschäftigten und unterstützt damit individuelle Weiterbildungsmaßnahmen mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds (ESF). Zu dieser Förderung zählen Ausgaben für Qualifizierungen, wie die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und Ausgaben für Freistellungen für die Teilnehmer*innen an der Maßnahme. Voraussetzung für die Antragstellung dieser finanziellen Förderungsmöglichkeit ist, dass die inhaltlich in sich abgeschlossenen Maßnahmen allgemein am Arbeitsmarkt verwertbare Qualifikationen vermitteln und mit einem Zertifikat abschließen müssen. Es gelten verschiedene Bedingungen, wie z. B.: eine grundsätzliche beschränkte Laufzeit auf 36 Monate, eine Auszahlung erfolgt nach Beendigung der Weiterbildung und Vorlage sowie Prüfung des Verwendungsnachweises, keine gleichzeitige Inanspruchnahme anderer öffentlicher Finanzierungshilfen für den selben Zweck etc..

Der Zuschuss beträgt bis zu 50%, mindestens 1.000 EUR.

 

 

Förderung durch die Bundeswehr

 

Eine Förderung ist auch nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG) möglich. Aktive und ehemalige Zeitsoldaten (SaZ), Grundwehrleistenden und freiwillig zusätzliche Wehrdienstleistenden (FWDL) die die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen, können durch den Berufsförderungsdienst (BFD) Zuschüsse zu den Lehrgangskosten, zur Prüfungsgebühr sowie zu den Lernmitteln und Fahrtkosten erhalten.